etwas Geschichte....

 

Der " Lydney Dog", um 450 v.Ch.

Sehr frühe Knochenfunde in England und Irland belegen die Anwesenheit von grossen windhundartigen Haushunden schon

vor der Ankunft der ersten Keltenstämme. Der älteste Fund war

ein Schädel aus dem Spätpleistozän (ca. 8000-7000 v.Chr.) der in Wales gefunden wurde.

1840 wurde in der Nähe von Dublin, in Dunshaughlin Skelette und Schädel aus dem Neolithikum (Neu-Steinzeit) ausgegraben, die

Grösse dieser Hunde musste um etwa 75cm betragen haben, wenn man vom Verhältnis Schädel/Körper ausgeht. Weitere Funde aus

dieser Zeit wurden im Süden der Insel gemacht. Es ist wahrscheinlich, dass die ersten Siedler, die sich auf die damals unwirtliche Insel wagten, für die Jagd und zu ihrem Schutz ihre Hetzhunde

mitbrachten.

Der Henkel eines keltischen Prunk-Kessels

Diese Hunde waren hochgeschätzt und man schrieb ihnen menschlichen Verstand zu.

Sie standen in der Rangordnung nur sehr wenig unter dem Menschen und in gälischen Sagen und Geschichten spielen sie eine nicht unwichtige Rolle. Für einen guten Hund wurden ganze Viehherden eingetauscht und auf die Verletzung oder das Töten eines solchen Hundes standen schwere Strafen.

 

Ausschnitte aus dem berühmten Wandteppich von Bayeux (um 1080 n.Ch.),

wo die Geschichte der Eroberung Englands durch Willhelm d. Eroberer erzählt wird

Aus dem Jagdbuch"Les Chiens de Chasse"

von Gaston Phoebus, Comte de Foix (15Jhdt)

Im späten Mittelalter war er an Königs- und Fürstenhöfen zu finden.

Er lebte nicht wie die anderen Jagdhunde in den Pferdeställen,

sondern bei seinem Herrn in den Wohnräumen, ja schlief sehr

oft bei ihm im Bett, um ihn zu wärmen. Er war ein geschätztes Geschenk unter Fürsten, um sich gegenseitig die Freundschaft zu erhalten.

König John I von England brachte Wolfhounds von Irland mit, er schenkte seinem Schwiegersohn Llewellyn, Fürst von Wales einen

zur Hochzeit.

Man weiss auch, dass König Richard III von England einen Wolfhound hatte, der ihn überallhin begleitete.

 

Karl V. von Tizian/Seisenegger

Sir Thomas Wentworth,

Earl of Stafford 1620

Sir Neill O'Neill 1680

Von der Renaissance an bis ins 18.Jhdt. erlebte die Rasse grossen Aufschwung, doch durch das Verschwinden der Wölfe und de grossen irischen Elchs ging auch die Zucht zurück.

Die Verarmung des Landes und die Dezimierung der irischen Gentry durch die Cromwell'sche Politik taten das übrige.

Hamilton Archibald Rowan

 

"Oisian" von Reinagle

Nur einige alte Familien und einige Clan-Chefs haben es

irgendwie, trotz widriger Umständen geschafft, sich Wolfhounds

zu halten. Diese wenigen Linien waren der Grundstock, aus

dem die heutigen I.W.s stammen

Einer dieser Irischen Gentlemen war Hamilton Rowan von Killyleagh Castle, weitgereister Politiker und Aktivist. Er lebte

über 40 Jahre mit Irish Wolfhounds. Seine Zuchtlinie geht zurück

auf Oisian, verewigt im Bild von Reinagle um 1800. Nach seinem

Tod führte Mr. Carter, Loughlinstown House in Bray die Linie weiter.

Capt. H.D. Richardson, Mr. A.W. Baker of Ballytobin Castle und

Sir John Power of Kilfane hielten alle Wolfhounds aus den alten

Linien und züchteten in kleinem Mass. Jedoch büsste die Rasse

durch die mit nur wenigen zuchttauglichen Exemplaren enggewordene Zucht etwas an Grösse ein.

So waren im Jahr 1859 nur wenige Irish Wolfhounds übrig,

als sich der passionierter Kynologe, Capt. G.A. Graham mit

ein paar Freunden an die Rettung dieser noblen, alten Rasse

machte. Er züchtete mit den letzten Exemplaren der alten

Linien und kreuzte Schottische Deerhounds ein, die ja nahe

Verwandte der Wolfhounds sind, denn ursprünglich war es ein

und dieselbe Rasse und wurde von den Kelten-Stämmen, die Schottland besiedelten ein wenig leichter (und schneller gezüchtet,

da auch das Wild ein anderes war. Zu Capt. Graham’s Zeiten

war der Unterschied zwischen beiden Rassen noch recht wenig ausgeprägt.

Glengarry Deerhound IW um 1820

 

Die Glengarry-Deerhounds, die er dazu verwendete, waren für

ihre Zeit aussergewöhnlich gross, so dass er nicht nur den Typ verstärken, sondern auch die Grösse, die etwas verloren gegangen war, wieder erreichen konnte. Um 1880 war die Rasse gefestigt und der Irish Wolfhound hatte seine Herrlichkeit wieder gefunden.

 

 

 

 

 

 

Es ist zu hoffen, dass unsere und die folgenden Generationen

dieser alten Rasse Sorge tragen und dass sie ungeachtet aller Modeströmungen von gewissenhaften Züchtern getreulich so

erhalten wird.